"Annapurna was ?! - hab ich noch nie gehört. Ist das was zum Essen?" denkt ihr euch vielleicht gerade. Genauso ist es uns auch gegangen, bevor wir uns näher mit dem Thema Trekking (früher sagte man bei uns "Wandern" dazu 😉) in Nepal beschäftigt haben.
Kurz erklärt: Der Annapurna-Circuit ist eine Wanderroute um die Annapurna-Gebirgskette in Nepal. Das bis zu 8.091 m hohe
Annapurna-Gebirgsmassiv ist Teil des Himalayas; zu ihm gehören mit den Bergen Annapurna I und Annapurna II (7.937 m) zwei der höchsten 16 Berge der Erde. Hier seht ihr die ungefähre Route der Wanderung (Google Maps zeigt leider die Wanderwege nicht):
Annapurna-Gebirgsmassiv ist Teil des Himalayas; zu ihm gehören mit den Bergen Annapurna I und Annapurna II (7.937 m) zwei der höchsten 16 Berge der Erde. Hier seht ihr die ungefähre Route der Wanderung (Google Maps zeigt leider die Wanderwege nicht):
Der gesamte Trek ist 232 km lang und man braucht ca. 18 Tage für die Wanderung. Die körperlich größte Herausforderung dieser Wanderroute: Der Thorung La Pass. Diesen Pass gilt es zu überqueren, aber der liegt auf 5.416 m. Die Luft ist dünn so hoch oben. Und das merkt man bei jedem Schritt!
Unterwegs am „Apple Pie Trek"
WIR HABEN DIE TAGE AM TREK GELIEBT. Man muss keine großen Entscheidungen treffen, man wandert einfach nur zum nächsten Etappenziel und genießt dabei die schöne Natur, das beeindruckende Bergpanorama und die kleinen, ruhigen Bergdörfer.
Unser Tagesablauf: Aufstehen, frühstücken, wandern. Pause. Wandern. Mittagessen (zB köstliche Momos). Noch ein bisserl gehen. In der Unterkunft ankommen. Duschen. Kaffee und Apple Pie genießen. Falls nötig Wäsche waschen, aber mit der Hand 👍
Entspannen. Abendessen & Ingwertee trinken. Lesen. Im Schlafsack verkriechen und zufrieden einschlafen.
Entspannen. Abendessen & Ingwertee trinken. Lesen. Im Schlafsack verkriechen und zufrieden einschlafen.
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Momos sind gefüllte Teigtaschen, die ursprünglich aus Tibet stammen |
Jeden Tag haben wir in einem anderen Tea House geschlafen, so nennt man die einfachen Unterkünfte. Diese waren von der Kategorie ich nenn es mal von „Hühnerstallfeeling" / Holzverschlag über feuchte Lehmhütten bis hin zu einem feinen Doppelbett mit eigenem Bad. Witzig ist, dass am gesamten Trek alle Tea Houses die gleiche Speisekarte haben, die man bereits am zweiten Tag auswendig kennt. Basis: Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Dazu dann entweder Gemüse, Ei, Thunfisch oder Fleisch. Pizza und Lasagne haben sich übrigens auch auf die Speisekarte verirrt 😆. Apfelkuchen findet man auf jeder Speisekarte. Der Trek ist nämlich auch unter dem Namen „Apple Pie Trek“ bekannt, da sich Apfelplantagen entlang der Wanderroute befinden.
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Bei den Safe Drinking Water Stations füllten wir gegen wenig Geld unsere Trinkflaschen auf. Damit soll der Plastikmüll am Trek reduziert werden und man unterstützt lokale Projekte - super Sache! |
Wir sind für unsere Verhältnisse zu richtigen Frühaufstehern geworden und meist gegen 8:00 Uhr losgewandert. Bis Mittag war die Sicht am klarsten, so konnten wir die mächtigen Berge in voller Pracht bestaunen und am späteren Nachmittag gemütlich in der Unterkunft unsere müden Beine entspannen 😀
Abends sitzen alle Trekker bei einer Tasse Tee im geheizten Gemeinschaftsraum beisammen. Man spielt Karten, quatscht mit anderen oder plant die nächste Tagesetappe. Die Wanderkarten liegen ausgebreitet am Tisch und alle stecken die Köpfe darüber zusammen. "Wieviele Höhenmeter stehen morgen am Programm? Wieviele Stunden dauert die Etappe? Wie schwierig ist der Weg?" - Gesprächsstoff gibt es immer ausreichend.
Die Landschaft ist total abwechslungsreich. Losgewandert sind wir bei warmen 25°, vorbei an Bananenstauden und saftig grünen Reisterrassen. Je höher wir kamen, umso karger wurde die Landschaft. Die schneebedeckten Gipfel kamen immer näher. Nach neun Tagen sind wir erstmals auf frisch angezuckerten Wanderwegen unterwegs zum Ice Lake.
Die Nächte wurden auch mit jedem Höhenmeter kälter. Bis 20:00 Uhr konnten wir meist unsere Füße im geheizten Gemeinschaftsraum wärmen, dann ging das Feuer leider aus. Die Zimmer waren natürlich ungeheizt und bei einigen Unterkünften haben wir uns wie in einem Vogelhaus gefühlt, wir hörten sogar den Wind durchpfeifen!
Ofen aus hieß also schnell vom Gemeinschaftsraum ab in unseren "Schlafcocoon": lange Unterwäsche und warme Socken anziehen, rein in Schlafsack Nr. 1 aus Seide, drüber Schlafsack Nr. 2 „Nepal-Quality -10° Daunenschlafsack" und ich hab auch gerne noch meine Haube übergezogen. So wars kuschelig warm 👍
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Abends sitzen alle um den warmen Ofen |
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In voller Winterkleidung lässts sich auch im Bett lesen |
"Tschüss Rest der Welt. Wir sind dann mal nur wandern"
Es war einfach wunderbar, sich so auf den Weg zu konzentrieren und nur den Annapurna-Circuit mit seinen einzelnen Etappen im Kopf zu haben. Wir haben uns echt ausgeklinkt aus dem Rest der Welt. Keine News, kein Fernsehen, keine Handy-Mitteilungen, kein Internet - Digitales Detoxing. Das überwältigende Gebirge und die Bergdörfer haben uns auf einen anderen Planeten befördert, bereits das hektische Kathmandu war komplett fern von uns.
Alle paar Stunden sind wir mit unseren Wanderstöcken in der Hand durch kleine Dörfer spaziert. Mit "Namaste" grüßten wir die Menschen, die sich gerade beim Brunnen die Zähne putzten oder mit einem Tee in der Hand die Morgensonne genossen. Jeder hat freundlich zurückgegrüßt und keiner wirkte genervt von den Touris, die täglich an ihrem Haus vorbeiwandern. Die Menschen leben in einfachen Steinhäusern, direkt daneben oft ein Stall mit ein paar Ziegen oder Yaks. Die meisten sind Bauern und leben von dem was sie anbauen. Trotz der niedrigen Temperaturen spielt sich viel vom Alltag draußen ab, wie etwa das Zähneputzen oder Haarewaschen beim Dorfbrunnen. Über offenem Feuer kochen die Frauen in der Küche - den einzig beheizten Raum. „Wie kalt muss es hier im Winter sein?“ haben wir uns oft gefragt. Später haben wir erfahren, dass viele Bergbewohner den Winter in Kathmandu verbringen, da die Kälte in den zugigen Hütten lebensbedrohlich für sie werden kann.
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Gebetsmühlen findet man am Ortsausgang vieler Bergdörfer. Dreht man sie im Uhrzeigersinn, bringt es gutes Karma |
Alle paar Stunden sind wir mit unseren Wanderstöcken in der Hand durch kleine Dörfer spaziert. Mit "Namaste" grüßten wir die Menschen, die sich gerade beim Brunnen die Zähne putzten oder mit einem Tee in der Hand die Morgensonne genossen. Jeder hat freundlich zurückgegrüßt und keiner wirkte genervt von den Touris, die täglich an ihrem Haus vorbeiwandern. Die Menschen leben in einfachen Steinhäusern, direkt daneben oft ein Stall mit ein paar Ziegen oder Yaks. Die meisten sind Bauern und leben von dem was sie anbauen. Trotz der niedrigen Temperaturen spielt sich viel vom Alltag draußen ab, wie etwa das Zähneputzen oder Haarewaschen beim Dorfbrunnen. Über offenem Feuer kochen die Frauen in der Küche - den einzig beheizten Raum. „Wie kalt muss es hier im Winter sein?“ haben wir uns oft gefragt. Später haben wir erfahren, dass viele Bergbewohner den Winter in Kathmandu verbringen, da die Kälte in den zugigen Hütten lebensbedrohlich für sie werden kann.
Es gibt ständig Stromausfälle und morgens gefriert das Wasser in den Leitungen. Es hat uns echt beeindruckt, das harte Leben der Menschen im Himalaya zu sehen. Und es hat auch auf uns abgefärbt. Wir stellten immer weniger Ansprüche. Klar, dass hier oben auf 4.000 Meter die warme Gasdusche (die übrigens nur für Touris gebaut wurde) nicht immer funktioniert.
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Blick auf die Steinhäuser von Upper Pisang (3.300 m) |
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Noch kurz die Hände am offenen Herd aufwärmen, bevor wir aufbrechen |
"Dhan'yavāda" - Danke für's Lesen bis hier her. Über Fragen und Kommentare freuen wir uns sehr! Hier gehts zu unserem Wander-Logbuch mit vielen Fotos und Geschichten.
Wandern ist nichts für dich und du möchtest lieber mit dem Mountainbike die Gipfel von Nepal erklimmen? In diesem Artikel von Bergzeit findest du hilfreiche Infos rund ums MTB im Himalaya.
Wandern ist nichts für dich und du möchtest lieber mit dem Mountainbike die Gipfel von Nepal erklimmen? In diesem Artikel von Bergzeit findest du hilfreiche Infos rund ums MTB im Himalaya.
Sehr interesant, man kanns kaum erwarten endlich weiter zu lesen!Super!!
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