Per Wasserflugzeug über das Great Barrier Reef & Whitsunday Islands

Dienstag, 30. Oktober 2018



„Oh Gott, wie lange denn noch. Ich kann es nicht mehr erwarten!“ sagt Roland zu mir während wir auf der Couch im Terminal am kleinen Provinzflugplatz in Airlie Beach sitzen. Beide sind wir total nervös und aufgeregt. Ich schaue auf meine Uhr, 20 Minuten dauert es noch bis wir in der Luft sind. Die Cessna 208 Amphibian steht auf der Piste für uns bereit. 

Ein absolutes Highlight steht heute an. Mit einem Wasserflugzeug geht es über das beeindruckende Great Barrier Reef. Und damit es so richtig dekadent wird, landen wir im Meer vor einem der schönsten Strände der Welt - dem Whithavenbeach auf den Whitsundayislands. 

Heute ist Rolands Glückstag. Erstens er LIEBT Fliegen. Zweitens er darf neben dem Piloten sitzen (wie bei Papa 😄). Drittens es geht über das Great Barrier Reef. Er kann sein Glück kaum fassen und freut sich wie ein Kind dem man sagt, es darf von nun an unbegrenzt Süßigkeiten essen.


Barfuß sitzen wir und eine sechsköpfige chinesische Familie im Flieger. Lee, unser Pilot, wirft den Motor an und rollt zur Startposition. Er schiebt den Gashebel nach vorne, die Cessna beschleunigt - und schon sind wir in der Luft. Augenblicke später sind wir schon über den vielen kleinen Inseln der Whitsunday Islands.


Das Meer ist wie glattgebügelt und blitzeblau. Einige Segelboote ziehen ihre Spuren. Plötzlich entdecke ich einen kleinen weißen Flecken mitten im Meer. Er bewegt sich. Ich kann es kaum fassen, es ist eine Walmutter mit ihrem Kleinen! Total aufgeregt schreie ich zu Roland nach vor und zeige ganz hektisch mit meinem Finger Richtung Wal. Es ist so faszinierend diese Geschöpfe von oben zu sehen. Keine Ahnung wie hoch wir fliegen, wir sehen die Tiere in voller Pracht. Das Wasser ist so klar. Tags zuvor waren wir auf einer Segeltour und die Buckelwale sind bei unserem Segelboot vorbeigeschwommen, wir konnten aber nur einen Teil ihres Rückens erkennen. Heute sehen wir sie in voller Länge. Wahnsinn! Den ganzen Flug über halte ich Ausschau nach Walen und wir sehen sicher um die 15 Buckelwale, ganz verstreut schwimmen sie im Inselwirrwarr herum. 

„Now we are reaching the hardy lagoon. On the right side you can see the heart-reef in around one minute", sagt Lee über Funk durch. Alle kleben wir mit unseren Köpfen an den Fensterscheiben. Und plötzlich verwandelt sich das dunkelblaue Meer in ein türkis-blaues Wunder, wir können es nicht anders beschreiben. Gebannt starren wir aus den Fenstern. 



Roland, ich und die anderen Passagiere können gar nicht begreifen, was sich direkt unter uns befindet. Das Riff wirkt surreal, wie ein abstraktes Gemälde. Es ist ein Meisterwerk der Natur, so schön. Wir könnten weinen. Und damits noch besser wird sagt Lee "I'll do a touch and go" und bereitet den Landeanflug mitten ins Riff vor. Er sucht eine geeignete Landestelle, wir setzen kurz am Wasser auf und rollen oder besser gesagt schwimmen ein paar Meter...neben uns das Riff...und dann schiebt er das Gas wieder rein und wir starten durch. Wie geil ist das denn bitte?





Das Heart-Reef - ein kleines Riff in Herzform
Touch and Go

Whitehaven Beach

Wir umkreisen das Riff noch ein paar Minuten und fliegen anschließend Richtung Whitehaven Beach, wo wir mit unserem Wasserflugzeug landen. Wir steigen vom Flugzeug aus direkt ins Meer. Schuhe braucht man bei diesem Flug wohl wirklich keine. Die Insel ist ein Traum und der Whitehavenbeach zählt angeblich zu den zehn schönsten Stränden der Welt. Der strahlend weiße Quarz-Sand fühlt sich an, als würden wir über Mehl laufen. 





„Would you like a glass of Champagne?“ fragt uns Lee. Och ja, wieso denn nicht. Dekadenz pur. Damit wir nochmal die Eckpunkte zusammengefasst haben: Mit einem (fast) Privatflugzeug fliegen wir zu einem weißen Traumstrand und schlürfen in dem feinen Sand Sprudelwasser. Wo sind bitte die Austern? 😆Die hätten noch gefehlt.






Dieser Flug war der Hammer. Unbeschreiblich. Garantiert eines DER Highlights auf unserer Reise. Wenn ich diesen Blogbeitrag schreibe und die Fotos sehe, fängt es überall zu kribbeln an. Die Natur hat uns so berührt, ich kann keine Worte dafür finden.

Als wir nach dem Flug wieder im Camper sitzen, fahren wir ein Stück die Küstenstraße entlang. Ich schaue raus aufs Meer. Kilometer entfernt von uns liegt das Riff. Es wirkt wie eine andere Welt. Eine Welt, die nur den Fischen und Korallen gehört. Vom Menschen unbewohnbar. Es ist so faszinierend, dieses Wunder der Natur muss erhalten bleiben.


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