Georgetown ist einfach alles. Es ist, als würde man Indien, China, Malaysia, Berlin, Havanna und wahrscheinlich noch ein paar andere Städte oder Kulturen in einen Topf werfen, einmal kräftig durchmixen und das Ergebnis gibts auf der Insel Penang in Malaysia zu bestaunen.
Mit einem Luxusbus, wo die Sitze so breit sind wie in der ersten Klasse im Flugzeug, gehts von den Cameron Highlands nach Butterworth. Von dort haben wir dann die Fähre nach George Town genommen.
Als wir das erste Mal durch die Straßen gehen, leuchten uns die schönen bunten Fassaden der Kolonialhäuser entgegen. Bei manchen ist der Putz bereits so abgebröckelt, dass es uns an Havanna erinnert. Herrlich!
Wir biegen einmal um die Ecke und stehen plötzlich in Littel India. Scharfe Currys brodeln in großen Töpfen, es duftet herrlich nach indischem Essen und an jeder Ecke gibt es Samosas zu kaufen. Aus den Lautsprechern vor den DVD-Shops dröhnt sich überschlagende, laute Bollywood-Musik, die Filmplakate der neuesten Bollywoodstreifen hängen vor dem Laden. Bunte Sarongs und Goldschmuck leuchten aus den Shops. Palmen säumen die Straßen, die voller indisch aussehender Menschen sind.
Zwei Blocks weiter ändert sich das geschäftige Treiben, alles ist plötzlich nur mehr in chinesischen Schriftzeichen angeschrieben. Viele Menschen tummeln sich um einen Tempel und zünden Räucherstäbchen an. Vor dem Tempel hat eine alte Frau ihre kleine Garküche geparkt, sie verkauft gebratene Nudeln mit Shrimps. Wir sind eindeutig im Chinesenviertel gelandet.
Kurz vor fünf Uhr hören wir einen Muezzin durch einen Lautsprecher rufen. Viele Muslime düsen mit Mopeds an uns vorbei und machen sich auf den Weg in die Moschee.
Das ist Georgetown - wir biegen um eine Ecke und landen in einer anderen Kultur.
Für uns ist es, als würden wir drei Länder gleichzeitig bereisen, mit drei komplett unterschiedlichen Religionen: das muslimische Malaysia, das hinduistische Indien, das buddhistische, konfuzianische China. Das i-Tüpfelchen bei dem kulturellen Mix hat der litauische Streetart-Künstler Ernest Zacharevic mit seinen lässigen Graffitis draufgesetzt. Das gibt George Town nochmal einen extra Coolness-Faktor!Aber nicht nur die Streetart versprüht ein urbanes Flair in George Town. Es gibt total hippe Cafes, Shops und viele Kunstgalerien. Nach dem Sightseeing in Little India & Co kannst du dir auf Palettenmöbeln am Gehsteig eine Matcha-Latte vergönnen und dich vom Bummeln durch die Pop-Up-Stores erholen. Direkt daneben steht eine Garküche, die im guten alten Stil billig Nudelsuppe verkauft. George Town ist ein kultureller Mix aus Malaysia, Indien und China, gewürzt mit urbaner Streetart und lässigen Lokalen. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, was sich komplett von dem davor unterscheidet. Was sollen wir sagen, wir haben uns verliebt in diese abwechslungsreiche, bunte Stadt!
"One more the airplane-game"
"Here you can drink three beers for eleven Ringgit. It's just a supermarket with plastic chairs, but you can drink with locals - you like that, right? And here you have to eat Roti Bakar. You know Roti Bakar, right?" hat uns der Besitzer unserer Unterkunft gefragt während er ungefähr das zehnte Kreuz auf dem Stadtplan eingezeichnet hat. Er war wie ein Insider-Lexikon. Jeden Tag, als wir uns in der Früh auf zum Frühstück machten, fragte er uns was wir heute vorhaben. Und zack, hat er uns wieder ein paar super Tipps mit auf den Weg gegeben, zu welcher Uhrzeit wir wohin gehen sollen, was wir ja nicht verpassen dürfen.So haben wir uns gleich drangemacht, seinen Frühstückstipp auszuprobieren: Roti Bakar! Das ist ein leicht süßliches Brot (=Roti) mit zwei weichgekochten Eiern im Glas (=Bakar). Zwei Minuten von der Unterkunft entfernt haben drei Männer in einem Pavillon laut unserem Host das beste Roti Bakar mit picksüßem Kaffee serviert. Und ja, es klingt supereinfach, aber es schmeckt echt lecker. Kocht es daheim mal nach! Wir haben es uns schon fest vorgenommen 😁
Vergeblich habe ich übrigens am zweiten Tag versucht, den Kaffee ohne Zucker zu bestellen. Ich hab schon gesehen, wie der Kellner noch schnell die vier (!!) Würfel Zucker in die Tasse schmeißt, bevor er sie serviert....Naja, ein bisschen Energie am Morgen kann ja schließlich nicht schaden. Das weiße am Teller ist übrigens auch Zucker, die Malaysier mögens seeehr süß.
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In Penang gibt es anscheinend das beste Streetfood aus ganz Südostasien. In "Food Courts" wie dem Red Garden kann man sich einmal quer durchfuttern. |
Wo wir schon beim Thema süß sind: Die Kinder des Besitzers waren so herzreißend süß, das Mädchen wollte mit Roland immer das "Airplane-Game" spielen und hat ihn gar nicht mehr losgelassen. Jedes mal wenn wir uns zum Abendessen fertig gemacht haben und aufbrechen wollten, fragte die Kleine Roland mit leuchtenden Augen: "Let's play the airplane game!!!". Und dann gings los mit der Fliegerei. Roland hat sie mit beiden Armen gepackt und so hoch geschupft wie es nur ging, dem Mädchen hats total gefallen. Das ging so lange, bis Roland schweißgebadet abbrechen musste oder die Mama dazwischengekommen ist und gesagt hat "So, jetzt ist aber wirklich Schluss".
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Ganz erschöpft sind die Kids vom Airplane-Game mit Roland |
Das erste Mal Strand auf unserer Reise
Endlich war es soweit: Das erste Mal Strand auf unserer Reise! Mit einem Roller haben wir von George Town aus die Umgebung erkundet. 20 Minuten durch den hektischen Stadtverkehr und wir sind in Batu Ferringhi angekommen.
Dort haben wir gleich mal unsere Füße in den Sand gesteckt und eine Kokosnuss bestellt. Die Erfrischung kam kurze Zeit später dann auch von oben, es hat aus Eimern zu schütten begonnen 😂Als es fast aufgehört hat zu regnen, haben wir uns wieder aufs Moped gesetzt und sind weiter Richtung Westen gedüst. Aber das Wetter meinte es nicht so gut mit uns, also brauchten wir ein Alternativprogramm. Es fing wieder stärker an zu regnen und wir wollten schon fast umdrehen. "Stopp, bleib mal stehen. Da ist der Spice Garden. Von dem hab ich gelesen." hab ich zu Roland gesagt. "Lass uns da reingehen. Mopedfahren hat keinen Sinn". Und zack standen wir schon eingesprüht mit natürlichem Insektenspray, Regenponcho und Audioguide im Gewürzgarten. Es waren ungefähr 100 Stationen, wo man sich Infos zu unterschliedlichsten Pflanzen und Gewürzen mit dem Audioguide reinziehen konnte. Der Garten war voll schön angelegt, aber nach der dreißigsten Audioguidestation hat unsere Aufmerksamkeit etwas nachgelassen. So sind wir einfach noch so durchspaziert. Die süßeste Entdeckung des Tages: Eine Babyananas 💛
Zum Schluss nehmen wir euch noch mit auf einen Stadtspaziergang durch George Town:
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Wir spazieren durch die Straßen und plötzlich taucht wieder ein tolles Graffiti auf. Wir mussten die Augen immer offen halten, damit wir keines der Kunstwerke übersehen. |
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Erfrischung zwischendurch: Kokos-Shake mit Eis 😋 |
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Hmmm, hier parken wir unseren Roller lieber nicht. |
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Es lebe die Bauarbeiterbräune! |
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Durian, die Stinkfrucht, darf man im Bus nicht essen und auch in vielen Restaurants haben wir so ein Verbotszeichen gesehen. |
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Da schmeckt Mango schon viel besser als Durian. Haben uns eine bei einem Obststand gekauft und daheim verspeist. Könnte mich hineinlegen, so süß und butterweich wie sie war! |
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Eine nette Aussicht auf George Town bietet sich vom Penang Hill. |
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