Mit dem Mountainbike durch die Zona Cafetera

Donnerstag, 11. April 2019


"We'll be back tomorrow". Wir winken dem Typen von der Mountainbike-Touroffice zu und verabschieden uns. "Blöder Schnupfen", sage ich zu Roland während ich in meinem Turnbeutel nach einem Taschentuch suche.

Gestern Abend sind wir in Salento angekommen. Es hat „nur“ 20-25 Grad. Bei diesen „eisigen" Temperaturen hab ich mir natürlich gleich eine Erkältung eingefangen. „Hoffentlich ist es morgen besser, ich mag unbedingt diese Downhill-Mountainbiketour machen“. 

Erkältung im Outdoor-Paradies ist doof. Mögen wir gaaaaar nicht. Schon gar nicht bei einer so traumhafen Umgebung:

Sanfte, moosgrüne Hügel. Bis zu 80 Meter hohe Wachspalmen. Unglaubliche Landschaften. Dazwischen grasen schwarz-weiß gescheckte Kühe. Einsame Kaffeefinkas leuchten mit ihren roten Ziegeldächern aus dem kräftigen Grün hervor und laden auf eine Rast ein. 





Das ist die Zona Cafetera in Kolumbien. Im angenehm frühlingshaften Klima wachsen die besten Arabica-Bohnen. 

Wandern, Mountainbiken, Kaffeetrinken und durch die bunten Dörfchen schlendern steht in dieser traumhaften Region am Plan.


Doping

Doch für uns heißt es erst mal Doping mit Hustensaft und den knallroten „Le Grip“- Tabletten aus der Apotheke. Zur Info: Eine Erkältung nennen die Kolumbianer immer gleich eine Grippe.
Roland hab ich natürlich auch gleich angesteckt. Naja, geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wandern durch Palmenhaine

Langsam testen wir unsere körperlichen Fähigkeiten wieder aus und beginnen nach zwei Tagen Pause mal vorsichtig mit einer "kurzen" fünfstündigen Wanderung. 

Am Dorfplatz steigen wir in einen alten Willy-Jeep, der uns zum Startpunkt der Wanderung bringt.





Die Quindio-Wachspalme ist Kolumbiens Nationalbaum und die höchste Palmenart. Roland und ich staunen nicht schlecht, wie die dünnen Stämme vor uns in die Höhe tagen.



Mit unserem Lunchpaket sitzen wir nach der Wanderung bei einem Aussichtspunkt und genießen die herrliche Natur um uns. „Das ist so schön, ich kann gar nicht aufhören Fotos zu machen.“ Der Schnupfen ist da gleich vergessen....








Volle Action

Die Wanderung haben wir trotz leichten Erkältungssymptomen und viel Schwitzen geschafft. Also schwingen wir uns am nächsten Tag aufs Mountainbike. Damit's nicht zu anstrengend wird, aber nur Downhill.

Mit dem Jeep gehts hoch auf 3.400 Meter. Bergab haben wir die Wahl zwischen einer gemütlichen Forststraße oder dem anspruchsvolleren El Extremo" Trail. Alleine schon wegen dem Namen mussten wir uns für den zweiten entscheiden 😉

Also rein in unsere Protektoren, Vollvisierhelm aufsetzen und runter den „Extremo-Trail“.



Ein paar Mal haut es uns vom Radl, aber wir landen zum Glück immer recht sanft. Es ist sooooo die Gaudi und wir schwitzen vor Anstrengung, weil der Trail technisch ziemlich anspruchsvoll ist und super steil. Wir rumpeln über Wurzeln und Baumstämme drüber, Schotterpisten...alles ist dabei.



Einer unserer Guides hat ein echtes Schrottradel. Wir kommen unten an und er hat nur mehr eine (!!!) Bremse. Auf einer Downhill-Strecke. Und seine Kette ist gerissen. Er nimmts gelassen. 


Tejo, Billiard und alte Männer

Tejo ist Nationalsport in Kolumbien. Am ehesten ist es mit unserem "Blattln" oder an die nicht-Oberösterreicher unter euch mit Hufeisenwerfen vergleichbar. Statt Hufeisen spielt man aber mit runden Eisenscheiben. Da das Spiel etwas explosiv ist, gibts eine kurze Erklärung.

Am Foto seht ihr den Lehmrahmen, in den man die runden Eisenscheiben reinwerfen muss.


Wir spielen gerade in die andere Richtung, aber der Lehmrahmen sieht gleich aus wie hier in der Bildmitte


Explosiv!

Seht ihr die weißen Dreiecke die im Lehmrahmen picken? Das sind Papiertütchen. Ratet mal womit die gefüllt sind? Mit Schießpulver 😄 Trifft man eins und bringt es zur Explosion, gibts extra viele Punkte. In der Spielhalle riechts dann wie zu Silvester, nach Raketen. 

Ein sehr wildes, explosives und auch dezent gefährliches Spiel, wenn eher ungeübte Touristen ungefähr zwei Kilo schwere Eisenscheiben quer durch die Halle schmeißen und das Ziel, die Lehmwand, meterweit verfehlen. Und die Spieler der anderen Bahn stehen am Ende der Lehmwand. Lustig ist es aber allemal zu spielen, vor allem mit unseren zwei Mädls Pia und Nefeli aus Wien 😀


Feine caballeros aus Salento

Da uns noch ziemlich viel Übung beim Tejo fehlt, vertreiben wir uns die Zeit auch mit Billiard spielen im Cafe Danubia. Dort sind nur die coolen alten Männer von Salento. 







alter Mann...
...junger Mann
...mehr alte Männer
Langsam wagen wir uns in (für uns) noch kältere Regionen vor und machen uns auf den Weg nach Bogotá. Dort erwartet uns wieder ein Fußballspiel. Mehr davon gibts bald zu Lesen!

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