Zack. Mit einem lauten Knall fällt die Tür unserer Airbnb-Wohnung ins Schloss. Wir spazieren durch den gelb gestrichenen Gebäudekomplex, vorbei an offenen Wohnungstüren. Verständlich, dass die Bewohner jedes noch so kleine Lüftchen bei über 30 Grad willkommen heißen.
Neugierig schauen wir in die offenen Wohnungstüren rein, sehen alte Omis die im Schaukelstuhl vor der offenen Balkontüre ein Nickerchen machen. Kinder, die am Boden Puzzle zusammenbauen.
Wir verlassen unseren Appartementkomplex, stehen in der „Calle de Jardín“ von Cartagena. Der wohl schönsten Kolonialstadt in ganz Südamerika. Oder zumindest in Kolumbien.
Dieser Song ist allgegenwärtig in Cartagena. Ob im Taxi, aus Nachbars Wohnung oder in den unzähligen Bars. Immer dieser Song. Somit ist er auch der Soundtrack zu unserem heutigen Beitrag:
Eine ältere Damen steht vor ihrer Wohnungstüre, sie tratscht mit ihrer Nachbarin. Beide sind herausgeputzt mit Lippenstift und rosafarbenem Rouge an diesem für uns gewöhnlichen Tag. Ob sie sich wohl für einen besonderen Anlass fesch gemacht haben? Nein. Ich glaube, es ist ihr tägliches Ritual. Lady sein gehört in Kolumbien schließlich dazu. Auch noch im hohen Alter.
"Da gibts heut Mittag Hendl"
Wir spazieren durch die engen Gassen, vorbei an den offenen Küchenfenstern der Bewohner Cartagenas. Die unterschiedlichsten, wohligen Gerüche steigen in unsere Nasenlöcher. „Da gibts heut Mittag Hendl“….“Die kochen was mit Tomatensoße, wahrscheinlich Spaghetti.“
Durch eine Stadt gehen und riechen, was die Menschen daheim kochen. Das verleiht der bunten Altstadt gleich einen sympathischen, dörflichen Charakter. Auch auf der Straßen spazieren wir an vielen offenen Wohnungstüren vorbei. Kein Vorhang ziert die Türen und Fenster. Keine Zäune. Keine fremden Blick müssen, wollen abgewehrt werden.
Durch eine Stadt gehen und riechen, was die Menschen daheim kochen. Das verleiht der bunten Altstadt gleich einen sympathischen, dörflichen Charakter. Auch auf der Straßen spazieren wir an vielen offenen Wohnungstüren vorbei. Kein Vorhang ziert die Türen und Fenster. Keine Zäune. Keine fremden Blick müssen, wollen abgewehrt werden.
"Schau, heut sitzt er wieder da!"
Sobald die größte Hitze vorbei ist, holt sich ein alter Mann der in unserer Straße wohnt, seinen Schaukelstuhl raus. Er stellt ihn auf den Gehsteig, hat eine Musikbox neben sich am Boden stehen und hin und wieder auch ein Glaserl Rum.
Jeden Abend beobachten wir das gleiche Ritual. Er grüßt die vorbeikommenden Leute, tratscht mit seinen Nachbarn. Ja, Privatsphäre verstehen die Leute hier anders. Zusammensitzen in den eigenen vier Wänden? Nein. Lieber auf der Straße.
Jeden Abend beobachten wir das gleiche Ritual. Er grüßt die vorbeikommenden Leute, tratscht mit seinen Nachbarn. Ja, Privatsphäre verstehen die Leute hier anders. Zusammensitzen in den eigenen vier Wänden? Nein. Lieber auf der Straße.
Das ist die Gegend unserer Unterkunft. Umso mehr wir uns Richtung touristischem Zentrum bewegen, umso geschäftiger wird natürlich die Stadt. Schwarze Frauen in bunten Kleidern werben um ein Foto mit ihnen.
Cartagena ist einfach nur....traumhaft. Wir lieben diese Stadt. Häuser in den buntesten Farben. Fiaker, Holzbalkone, dazwischen Bougainvillean.
Einziger Wermutstropfen: Es ist furchtbar heiß. Zwischen 11 und 16 Uhr vegetieren wir in unserer klimatisierten Wohnung, trauen uns nicht in die Hitze raus.
Einziger Wermutstropfen: Es ist furchtbar heiß. Zwischen 11 und 16 Uhr vegetieren wir in unserer klimatisierten Wohnung, trauen uns nicht in die Hitze raus.
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Das obligatorische "Roland beim Friseur"-Foto darf natürlich nicht fehlen |
Zeit für Salsa!
In den Bars sitzen die Leute, trinken Bier und wenn sie Lust haben, stehen sie einfach auf und beginnen Salsa zu tanzen. Auch wir treffen uns mit unserer Segeltruppe und trinken den einen oder anderen Cocktail gemeinsam. Jetzt gibts ja endlich ausreichend Nachschub und genügend Platz zum Tanzen. Dank dem Kapitän sind meine Salsa-Mini-Vorkenntnisse wieder etwas aufgefrischt. Am Rhythmusgefühl muss ich wohl noch etwas arbeiten 😉
So fühlt sich die Karibik in einer Stadt an
Jeder Bewohner hat seine private Musikanlage, die er am Wochenende auf volle Lautstärke aufdreht. Natürlich wird Salsa bis zum Umfallen gespielt. Die lauschig warmen Nächte verlagern alles Geschehen, alles Feiern ganz ungezwungen nach draußen. Auf die Straßen, auf den Gehsteig, in die vielen offenen, fensterlosen Bars. Dazu die Flaschen Rum, die zwischen den Plastikstühlen am Gehsteig stehen. So fühlt sich die Karibik in einer Stadt an. Cartagena, te amo!
Wir holen uns an unserem letzten Abend gefüllte Arepas bei einem Straßenstandl. Das ist die kolumbianische Döner-Version: mit Fleisch/Käse/Gemüse gefüllte Maisfladen.
Wir setzen uns noch ein letzten Mal auf unseren Lieblingsplatz bei der Iglesia de la Trinidad und verabschieden uns von dieser „Perle der Karibik“.
Wir setzen uns noch ein letzten Mal auf unseren Lieblingsplatz bei der Iglesia de la Trinidad und verabschieden uns von dieser „Perle der Karibik“.
Weiter geht es nach Taganga zum Tauchen und in den Tayrona Nationalpark. Danach entspannen wir noch ein paar Tage im kleinen Örtchen Palomino am Strand.
Windiges Taganga
Taganga ist ein wildes Fischerdorf, das (noch) nicht für den Tourismus aufgehübscht wurde. Locals sitzen zu Scharen in Plastikstühlen am Strand, vor ihnen stehen zig geleerte Bierflaschen. Im Hintergrund überschlägt sich laute Reaggeton-Musik, die aus den Lautsprechern tönt. Wir finden es trotzdem charmant dort.
Außer der starke Wind macht uns ziemlich zu schaffen. Als wir mit dem Boot zu unserem Tauchspot fahren, bläst es uns fast davon.
Nationalpark Tayrona
An einem Tag machen wir uns auf zum Nationalpark Tayrona. Die Kolumbianer lieben diesen Nationalpark und sind unglaublich stolz darauf. Wir wandern ein kleines Stück durch den Park, kaufen uns einen frisch gepressten Orangensaft und eine Kokosnuss bevor wir den wunderbaren Strand erreichen.
Aber alles in allem ist der Park viel zu überlaufen. Für die Eintrittstickets müssen wir gleich mal ne Stunden anstehen. Die Wanderung durch den Park erfolgt dann in einer riesigen Menschenkolonne.
Aber alles in allem ist der Park viel zu überlaufen. Für die Eintrittstickets müssen wir gleich mal ne Stunden anstehen. Die Wanderung durch den Park erfolgt dann in einer riesigen Menschenkolonne.
Palomino - gibts hier auch Autotaxis?
Ein kleines Örtchen, super entspannt. Wir kommen an der Busstation an und müssen noch gut drei Kilometer bis zu unserer Unterkunft kommen. "Gibts auch Autotaxis hier?", frage ich einen jungen Mopedtaxifahrer, der gerade lässig auf seiner Maschine sitzt. "Nein, nur Mopedtaxi".
Mh, wie sollen wir das anstellen? Einen großen 60-Liter-Rucksack und einen kleinen Backpack am Moped transportieren wird wohl schwierig werden. "Nein, geht schon!", versichert mir der junge Typ. Großer Rucksack vorne am Lenker, kleinen Rucksack tragen wir am Rücken. Geht jo eh, oder?
Mh, wie sollen wir das anstellen? Einen großen 60-Liter-Rucksack und einen kleinen Backpack am Moped transportieren wird wohl schwierig werden. "Nein, geht schon!", versichert mir der junge Typ. Großer Rucksack vorne am Lenker, kleinen Rucksack tragen wir am Rücken. Geht jo eh, oder?
Angekommen bei der Unterkunft speisen wir gleich mal richtig karibisch mit gebratenem Fisch, Bananenchips und frischem Obstsaft. Soooo guaaaaad!
"Ist das das letzte Mal am Strand?", fragen wir uns. Wir wissen noch nicht genau, wie wir unsere restlichen knapp zwei Monate verbringen. In welches Land wir nach Kolumbien reisen. Oder ob wir einfach hier bleiben. "Nein, bestimmt nicht. Ich kann mich noch nicht verabschieden vom Meer".
Es bleibt noch offen, ob wir nochmal an den Strand kommen. Erstmal geht es ins Landesinnere, nach Medellín in die ehemalige Heimatstadt vom Drogenbaron Pablo Escobar.
Es bleibt noch offen, ob wir nochmal an den Strand kommen. Erstmal geht es ins Landesinnere, nach Medellín in die ehemalige Heimatstadt vom Drogenbaron Pablo Escobar.
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