Angekommen in Mexiko - meiner ehemaligen Heimat! Wir tauchen mal wieder unter, diesmal aber nicht im Meer, sondern in Höhlen und Roland macht sogar mit Bullenhaien Bekanntschaft.
Wieso unsere Wahl auf Mexiko fiel?
Wir sitzen neben unserem Gepäck in der Check-In Halle in Melbournes International Airport. Die nette Dame von Virgin Australia lässt uns nicht in den USA-Flieger einchecken, wenn wir nicht ein Ausreiseticket aus den USA nachweisen können. Wir überlegen ein bisschen, checken Flugverbindungen. Und dann fällt die Wahl auf Cancun, Mexiko. Warum? Ja, warum denn nicht. Und der Flug ist auch noch günstig.
Erste Anlaufstation nach unserer Landung in Cancún ist Playa del Carmen. Es schüttet aus Eimern, als wir ankommen. Bei jedem Schritt den ich mache, drückt es Wasser aus meinen Turnschuhen, so vollgesogen sind sie schon. "Stellen wir uns mal unter", schreie ich zu Roland nach vorne, der bereits angelaufen ist. Zweihundert Meter ist unser AirBnB noch entfernt, doch wenn wir bei dem Regen losmarschieren, sind unsere Rucksäcke komplett nass. Also warten wir mal. Schön, dass du uns so herzlich empfängst Mexiko!
Für eine Woche machen wir es uns in einem AirBnB gemütlich, richtiges Touri-Programm steht am Plan. Am Tag entspannen wir am Strand. Regen gibts zum Glück keinen mehr. Jeden Abend spazieren wir die belebte Quinta-Avenida entlang, wo sich ein Souvenirshop an den nächsten reiht. Und Roland bekommt eine Einführung in die "Cocina Mexicana". Sofortiges Fazit: Er liebt Tacos.
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Margerita: Tequila, Limettensaft, Salzrand...qué rico! |
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Día de los Muertos. Einer der wichtigsten Feiertage in Mexiko. In Playa del Carmen war leider nicht so viel los. |
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Kein Dönerspieß sondern "Tacos al Pastor" - sehr beliebt in Mexiko. |
Cenoten-Tauchgang Kukulkan und Chac Mool
Was bitte ist ein Cenote? Denkt ihr euch wahrscheinlich gerade. Ich versuche es mal ganz einfach zu erklären: Es ist ein Kalksteinloch in der Erde das mit Süßwasser gefüllt ist. Im Inneren schaut es aus wie in einer Höhle, es gibt von der Decke hängende Stalaktiten und aus dem Boden wachsende Stalagmiten. Also eine Unterwasserhöhle die mit Süß- und auch Salzwasser gefüllt ist.
In Yucatán gibt es über tausend von diesen Cenoten und viele dieser Höhlen sind miteinander verbunden. Sie bilden sogar das größte Unterwasserhöhlensystem der Welt mit über 1.000 km! Und in zwei solchen Cenoten gehen wir heute tauchen.
In Yucatán gibt es über tausend von diesen Cenoten und viele dieser Höhlen sind miteinander verbunden. Sie bilden sogar das größte Unterwasserhöhlensystem der Welt mit über 1.000 km! Und in zwei solchen Cenoten gehen wir heute tauchen.
"Dann wünsche ich euch einen schönen Tauchgang!"
Glasklar und blitzblau ist das Wasser beim Einstieg. Mit unseren sechs mm dicken, langen Wetsuits und Taucherausrüstung steigen wir in das 24 Grad kalte Wasser ein. „Fertig?“ fragt unser Tauchguide Hanna als wir noch an der Oberfläche treiben. „Jep“ - „Gut, dann wünsche ich euch einen schönen Tauchgang“ sagt Hanna und sie taucht langsam ab. Roland und ich machen es ihr gleich.Am Anfang ist die Wasseroberfläche noch im Freien, doch bereits nach ein paar Metern tauchen wir in die Höhle. Es ist supermystisch mit dem Licht, dass in die Höhle reinfällt. Strahlend blau leuchtet das Wasser.
Je weiter wir in das Höhlensystem vordringen, umso dunkler wird es. Mit der Taschenlampe erkennen wir ein paar fossile Muscheln, denn früher war ganz Yucatán ein Korallenriff.
Das besondere an diesen Cenoten ist, dass sie eine Mischung aus Salz- und Süßwasser haben. Als wir die Stelle erreichen wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, beträgt die Sicht nur mehr ein paar Zentimeter. Um mich herum ist alles verschwommen durch das ölig aussehende Wasser. Alles ist schwarz nur der Lichtkegel der Taschenlampe leuchtet ins graue Wasser. Ich folge Hanna, orientiere mich an der gelben Schnur die sie in der Höhle für die Taucher gespannt haben. Ich schwebe so vor mich hin und es ist als würde ich mich in einer anderen Welt befinden.
"Es ist noch nie etwas passiert und das wird es auch nicht, wenn man ein paar Regeln befolgt"
"Okay, ich bin dabei, wo muss ich unterschreiben?"
Ja zugegeben, ich war schnell überzeugt. Regina aber nicht. Die Tauchschule benötigt aber mindestens zwei Personen für diesen Tauchgang. Für einen allein ist's zu teuer. Also wenn sich noch wer findet dann wird's was, ansonsten halt nicht. Am Abend dann die What's App Nachricht: "Wir haben noch wen, also wenn du willst kannst du morgen mit Bullenhaien tauchen". Und ich werd zum ersten mal ein bisschen nervös. Vor allem nach einer kurzen Wikipedia Recherche:
"Der Bullenhai gehört neben dem Tigerhai und dem Weißen Hai zu den Haien, die für die meisten Haiangriffe auf Menschen verantwortlich gemacht werden. Viele Experten gehen davon aus, dass viele dem Weißen Hai zugeschriebene Angriffe auf Menschen tatsächlich vom Bullenhai ausgehen."
Upps, das hätt ich vielleicht vorher lesen sollen. Für was hab ich mich denn hier freiwillig gemeldet? Und ich zahl auch noch dafür?
Es geht also los. Mit dem Boot fahren wir ca. zehn Minuten relativ parallel zum Strand entlang raus. Der Wellengang ist wirklich ordentlich und wir werden gut durchgeschüttelt. Eigentlich kein Problem, wenn man sich aber währenddessen in den engen Wetsuit zwängen und das ganze Equipment checken und zusammensetzen muss, dann sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Mir wird richtig schwindlig. Wenn die Fahrt noch länger dauert dann kotz ich hier gleich über die Reling denk ich noch als wir schließlich den Tauchspot erreichen.
Wahrscheinlich liegt's an der starken Strömung, vielleicht auch daran, dass mein Herz schneller als normal schlägt und ich deswegen viel schneller atme, aber ich komm einfach nicht ordentlich runter. Der Guide muss mir gleich oben an der Oberfläche noch zwei Kilo Zusatzgewicht in die Weste stecken, damit ich unter Wasser komm. Normalerweise tauch ich mit vier Kilo Zusatzgewicht, diesen Tauchgang beende ich mit neun (!!!) Kilo. Aber mit dem Zusatzgewicht geht's dann endlich abwärts. Unten am Meeresgrund in 23 Meter Tiefe setzen wir uns in den Sand oder besser gesagt, ich versuche mich irgendwo festzuhalten oder in den Sand einzugraben, weil die Strömung so stark ist.
Nach zirka 25 Minuten Haibeobachtung ist die Luft aus und der ganze Spaß vorbei. Langsam tauchen wir wieder auf. Unter uns ziehen die Haie weiter ihre Kreise. Ein unvergessliches Erlebnis. Und alles nicht so dramatisch wie erwartet. Und Körperteile hab ich auch noch alle dran.
Ahja, an alle fröhlichen Strandnixen und Nichtschwimmer: Will euch ja nicht den Badespaß verderben, aber der ganze Tauchgang hat zirka 500 Meter vom Strand entfernt stattgefunden.
Da bald mein Geburtstag ist, haben wir uns eine nette Unterkunft gesucht. Ich hab sie unsere "Dschungel-Unterkunft" getauft, da sie so schön bewachsen ist und wir erstmal durch die Palmen durchmüssen, um an unsere Outdoor-Küche zu kommen.
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Hanna, unser deutscher Tauchguide lebt seit ein paar Monaten in Mexiko |
Tauchen mit Bullenhaien
"Hier in Playa kann man sogar mit Bullenhaien tauchen. Das ist nur was für selbstmörderische Adrenalinjunkies. Für die wirklich Verrückten!" sag ich zwei Tage vorher noch zu Regina. Aber dann kommt der Cenote-Tauchgang und unser Tauchguide Hanna zeigt mir zwischen den beiden Tauchgängen ein von ihr gefilmtes Video vom letzten Jahr und wir plaudern ein wenig."Es ist noch nie etwas passiert und das wird es auch nicht, wenn man ein paar Regeln befolgt"
"Okay, ich bin dabei, wo muss ich unterschreiben?"
Ja zugegeben, ich war schnell überzeugt. Regina aber nicht. Die Tauchschule benötigt aber mindestens zwei Personen für diesen Tauchgang. Für einen allein ist's zu teuer. Also wenn sich noch wer findet dann wird's was, ansonsten halt nicht. Am Abend dann die What's App Nachricht: "Wir haben noch wen, also wenn du willst kannst du morgen mit Bullenhaien tauchen". Und ich werd zum ersten mal ein bisschen nervös. Vor allem nach einer kurzen Wikipedia Recherche:
"Der Bullenhai gehört neben dem Tigerhai und dem Weißen Hai zu den Haien, die für die meisten Haiangriffe auf Menschen verantwortlich gemacht werden. Viele Experten gehen davon aus, dass viele dem Weißen Hai zugeschriebene Angriffe auf Menschen tatsächlich vom Bullenhai ausgehen."
Upps, das hätt ich vielleicht vorher lesen sollen. Für was hab ich mich denn hier freiwillig gemeldet? Und ich zahl auch noch dafür?
Einfach in die Augen drücken oder auf die Schnauze hauen
Mit einem etwas mulmigen Gefühl mach ich mich nächsten Tag auf den Weg zur Tauchschule. Regina wartet in der Zwischenzeit in der Strandbar. Am Weg zum Boot gibt's das Briefing: Jeder muss einen dunklen Wetsuit anziehen, wenn wir im Wasser sind, immer dicht zusammenbleiben. Es wird eine starke Strömung herrschen. Aber keine Panik, wir gehen mit Hilfe eines Fixseiles in horizontaler Lage runter und halten uns unten einfach daran fest. Unten am Meeresgrund dicht zusammen in den Sand setzen und groß machen. Warum das Ganze? Anscheinend sehen Haie nicht so gut und erkennen in uns dann nur einen riesigen dunklen Fleck und nicht ihre nächste Mahlzeit (Behauptet jedenfalls der Tauchguide). Und auf keinen Fall die Hände vom Körper wegstrecken, die Haie könnten das als Fütterung deuten und zuschnappen. Ahja, und falls doch einer angreift, einfach ihm in die Augen drücken oder auf die Schnauze hauen. Ahso, ist ja alles ganz easy dann. Schluck.Es geht also los. Mit dem Boot fahren wir ca. zehn Minuten relativ parallel zum Strand entlang raus. Der Wellengang ist wirklich ordentlich und wir werden gut durchgeschüttelt. Eigentlich kein Problem, wenn man sich aber währenddessen in den engen Wetsuit zwängen und das ganze Equipment checken und zusammensetzen muss, dann sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Mir wird richtig schwindlig. Wenn die Fahrt noch länger dauert dann kotz ich hier gleich über die Reling denk ich noch als wir schließlich den Tauchspot erreichen.
Wo ist das Fixseil?
Wo ist jetzt das Fixseil an dem wir trotz Strömung geschmeidig runter gehen sollen? Es ist jedenfalls nicht da. Letztes Jahr wars anscheinend noch da. Hilft nix, wir machen's ohne Seil. Ich sitz am Bootsrand, bereit für einen "Backrollentry". Mir wird echt mulmig wenn ich daran denke, dass unter mir Bullenhaie rumschwimmen und ich jetzt gleich zu ihnen reinspringe. Trotzdem, Augen zu und rein. Sofort nachdem ich im Wasser bin schaue ich nach unten, aber ich kann noch keine Haie sehen. Die Strömung allerdings, die merke ich gewaltig. Es treibt mich gleich einige Meter vom Boot ab und ich muss schon ordentlich paddeln damit ich die anderen beiden auf der anderen Seite des Bootes wieder erreiche.Wahrscheinlich liegt's an der starken Strömung, vielleicht auch daran, dass mein Herz schneller als normal schlägt und ich deswegen viel schneller atme, aber ich komm einfach nicht ordentlich runter. Der Guide muss mir gleich oben an der Oberfläche noch zwei Kilo Zusatzgewicht in die Weste stecken, damit ich unter Wasser komm. Normalerweise tauch ich mit vier Kilo Zusatzgewicht, diesen Tauchgang beende ich mit neun (!!!) Kilo. Aber mit dem Zusatzgewicht geht's dann endlich abwärts. Unten am Meeresgrund in 23 Meter Tiefe setzen wir uns in den Sand oder besser gesagt, ich versuche mich irgendwo festzuhalten oder in den Sand einzugraben, weil die Strömung so stark ist.
Dann schwimmt er auf uns zu
Es dauert dann keine zwei Minuten bis der erste Hai aus dem Nichts auftaucht. Direkt schwimmt er auf uns drei im Sand Sitzende zu. Mein Herz klopft wie wild. Drei Meter vor uns dreht er dann ab und schwimmt an uns vorbei. Da man das aber vorher nicht weiß, ist es schon ein bisschen ein komisches Gefühl. Insgesamt sehen wir fünf verschiedene Bullenhaie. Alle so zwischen zwei und drei Meter groß. Sie sind sehr neugierig, kommen, gehen wieder und umkreisen uns. Aber keinesfalls aggressiv. Ganz ruhig ziehen sie ihre Bahnen. Alle halten sie schön Abstand und ich muss keine "Augen-Pieks-Tricks" oder "Schnauzenboxer" verteilen. Sie sind echt majestätische Tiere. Die Könige da unten. Elegant und geschmeidig bewegen sie sich fort. Sie scheinen die Strömung nicht zu spüren, ich aber hab Angst, dass ich den Halt im Sandboden verlier und direkt in ihre Mäuler treib.Nach zirka 25 Minuten Haibeobachtung ist die Luft aus und der ganze Spaß vorbei. Langsam tauchen wir wieder auf. Unter uns ziehen die Haie weiter ihre Kreise. Ein unvergessliches Erlebnis. Und alles nicht so dramatisch wie erwartet. Und Körperteile hab ich auch noch alle dran.
Ahja, an alle fröhlichen Strandnixen und Nichtschwimmer: Will euch ja nicht den Badespaß verderben, aber der ganze Tauchgang hat zirka 500 Meter vom Strand entfernt stattgefunden.
Zugegeben, die Musik ist vielleicht ein bisschen zu dramatisch
Tulum
Die kleine Stadt Tulum ist gerade total gehypt. Bekannte Blogger und Instagramer posten fleißig Bilder von den Maya-Ruinen die direkt am türkisblauen, karibischen Meer liegen. Auch wir machen uns auf zu dem Örtchen und bleiben für eine Woche. Bekannte Gesichter und Freunde aus der Heimat erwarten uns dort. Darauf freuen wir uns natürlich.![]() |
"Iguanas" heißen diese Echsen auf Spanisch und tummeln sich zuhauf bei den Ruinen |
Mit Süßwasserschildkröten schwimmen
Wir machen uns mit dem Fahrrad auf zum "Gran Cenote", der in der Nähe von Tulum liegt. Der Cenote mit seinen Pflanzen drum herum sieht so schön aus, es wirkt als wäre er angelegt. Und das Beste: Es schwimmen Süßwasserschildkröten im glasklaren Wasser. Mit der Kamera in der Hand verfolgen wir sie, damit wir ein schönes Foto bekommen. Gar nicht so leicht, da sie so scheu sind. Foto haben wir zum Glück eins hinbekommen ohne die Kamera zu versenken.¡Feliz Cumpleaños!
Hannah, eine frühere Bekannte aus Oberösterreich, ist schon eine Weile in Tulum. Dank Instagram weiß man heutzutage Bescheid, wer wo ist. Also treffen wir uns natürlich und trinken das ein oder andere Bier, ein paar Margeritas und Mojitos mit ihr in der Stadt und kriegen eine gute Einführung in das Partyleben in Tulum (Stichwort vier Uhr früh Partyhostel 😉). Danke nochmal dafür, Hannah!
Stefan und Janina, ein Pärchen dass wir vor ein paar Jahren in Thailand kennengelernt haben, sind auch zufällig in Mexiko. Da müssen wir uns natürlich treffen. Schön war's mal wieder bekannte Gesichter zu sehen!
Maya-Ruinen
Frühmorgens (also für uns ist das 9:00 Uhr) radeln wir los Richtung Ruinen, damit wir keinen Hitzeschlag bekommen. Ein paar Touris wollen auch bei der Besichtigung nicht ihren Bräunungsprozess unterbrechen und laufen daher oben ohne (Männer) oder nur im Bikini-Oberteil herum. Kein Kommentar.Die Lagune von Bacalar
Ein paar Autostunden von Tulum entfernt liegt Bacalar. Ein kleines mexikanisches Dörfchen wo wir drei Tage bleiben.Ein Taxi bringt uns vom Busbahnhof zur Unterkunft. Dort angekommen, begrüßt uns Elisa mit einem super freundlichen Lächeln. "Es muy rustico", also sehr rustikal ist das Zimmer, sagt sie zu uns, als sie die Klapptüre (wie bei einer Umkleidekabine) aufmacht. Roland und ich müssen aufpassen, dass uns nicht die Kinnlade runterfällt. Es ist beengend und stickig in dem Hühnerverschlag...ähm Zimmer. Naja, back to the roots, so wie in Nepal zu Beginn der Reise. Und ihr seht mal, dass unsere Unterkünfte nicht immer fein sind 😉
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Der Holzanbau rechts ist unser "Zimmer" |
Mein gut gelaunter Namensvetter
Ich brodle innerlich weil ich das Zimmer so unausstehlich finde. Es müffelt drinnen. Ist eng. Das Moskitonetz klebt am Körper, wenn man im Bett liegt. Dann begegnet mir Regino in der Küche. Er ist der Ehemann der Unterkunftsbesitzerin. Er streckt mir seine Hand entgegen und stellt sich vor. "Regino, mucho gusto". "Oh mein Gott, was ist das für ein Name" denke ich mir. Ist ja noch schlimmer als Reginald.Aber Regino scheint happy zu sein mit seinem Namen. Er strahlt und grinst über das ganze Gesicht, als er mir erzählt wie er heißt und wie sehr er sich gefreut hat, als er erfahren hat, dass ich Regina heiße. Also seine Namensvetterin bin. Und dabei krümmt er sich fast vor Lachen.
Der 60-jährige hat einen unvorstellbar ansteckenden Lacher und strahlt einfach nur Freude aus. Seine blitzweißen Zähne leuchten mir entgegen und jede einzelne seiner Lachfalten wirkt einfach nur fröhlich. Ich scherze etwas mit ihm herum, mir gefällt sein typisch mexikanischen Humor. Ich quatsche ein paar Minuten mit ihm und meine Laune bessert sich. Das grauslige Zimmer stört gar nicht mehr so, das innere Grummeln ist wie weggeblasen. Ach wie erheiternd doch solche Strahle-Menschen auf einen wirken können.
Stets gut gelaunt spaziert der weißhaarige, dürre Regino durch die Unterkunft. Es riecht manchmal verdächtig nach Marihuana in der Unterkunft...ob das wohl von ihm kommt? Regino schaut auf jeden Fall aus, als wäre er sein ganzes Leben lang einfach nur GLÜCKLICH.
Nein, das ist nicht das Meer
Bei der Nachbarin borgen wir uns ein Radl aus und fahren zum Markt von Bacalar. Wir lassen uns einen Smoothie von der netten Marktdame zusammenmixen.
Während der Mixer unseren Shake mit Papaya und Haferflocken zerkleinert, entdecken wir diesen entzückenden Käfer und machen ein Foto. Der hat wohl schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Als wir unseren Smoothie in der Hand haben, fragt uns die Obstverkäuferin noch, ob sie ein Foto von uns machen darf. "Para ponerlo en Facebook" erklärt sie uns, also zum Werbung machen auf Facebook. "Da schauts her, sogar die gringos kaufen bei mir ihren Obstsaft wird sie wahrscheinlich gepostet haben", sage ich zu Roland, als wir wieder zurück zu unseren Fahrrädern gehen. Machen wir doch gerne!
Mit dem Smoothie in der Hand radln wir zur Lagune. Wahnsinn wie das Meer...ähm Wasser leuchtet! Es ist kein Salzwasser sondern Süßwasser. Genauer gesagt sind hier sieben Cenotes zu einem See vereint. Roland und ich können es kaum glauben, dass das nicht das Meer ist. Wir sitzen am Steg und verspeisen den Tamal (einfach erklärt: gedämpfte Maistaschen), den wir uns noch vom Markt mitgenommen haben.
"Hätten wir doch das Partner-Kajak genommen"
Wir fahren mit unseren Bikes ein paar Kilometer weiter und wollen uns ein Kajak ausborgen. Wir entscheiden uns für zwei Kajaks. So kann jeder selbst Paddeln. Ein "Tandem-Kajak" hätte es auch noch gegeben. Aber nein, ich will mein eigenes haben.Nach ungefähr fünf Minuten im Wasser und dem mühsamen Paddeln gegen die leichte Strömung bin ich außer Puste, meine Arme schmerzen. "Hätten wir doch das Partner-Kajak genommen", schreie ich zu Roland rüber. Es ist doch recht anstrengend in der Mittagshitze.
Tja, das ist jetzt wohl zu spät. Ich träume vor mich hin wie schön es jetzt wäre, wenn Roland die ganze Paddel-Arbeit machen würde und ich mich ausruhen könnte. Einfach nur die türkise Farbe des Wassers bewundern.... "Ich könnte dich abschleppen" scherzt er noch mit mir, aber leider kann ich mich bei seinem Kajak nicht gut genug einhalten. Dann spring ich halt ins Wasser zur Erfrischung und um meine Kräfte zu sammeln.
Igitt!
Nach zwei Stunden am Kajak sind wir erledigt und brauchen erstmal eine Abkühlung für unsere Köpfe. "Du musst unbedingt nochmal das Michelada probieren", nerve ich Roland schon seitdem wir den Flug (!) nach Mexiko gebucht haben.
Das ist ein etwas gewöhnungsbedürftiges Biermischgetränk aus Mexiko. Es besteht aus Bier und Achtung, jetzt wirds grauslig: Limettensaft, Salz, Tabasco, Soja- oder Maggisauce und Worcestersauce. Ich sehe euch schon, wie ihr das Gesicht verzieht.
Heute ist der Tag an dem wir uns drüber trauen und zwei Micheladas bestellen. Roland trinkt es etwas zu schnell und hat dann Bauchschmerzen. Das Hakerl unter "ausprobieren" können wir setzen, nochmal bestellen werden wir es aber nicht.
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Michelada - ein gewöhnungsbedürftiges Biermischgetränk |
Mit Käfern gehts auch weiter im nächsten Blogbeitrag. Und eine ganz spezielle Verkostung erwartet euch.
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