Bogotá & der Páramo: Von Fußbällen und lieben Kakteen

Sonntag, 14. Juli 2019


Mit Dosenbier in der Hand machen wir uns auf den Weg zum Stadion. "Hey, wir brauchen unbedingt noch Trikots", schreit Lars in die Runde. Es ist schon ziemlich laut vor dem Stadion und viele Fußballfans tummeln sich schon trommelnd auf den Parkplätzen davor. "Schau mal, die Oma verkauft welche!",

sagt Chrissi zu uns und zeigt auf eine alte Omi, die billig fake-Trikots und Fanschals verkauft. Auf einem Maschendrahtzaun aufgehängt präsentiert sie ihre Trikots, Fankapperl und Schals bester fake-Qualität. Jeder schlüpft kurz ins Shirt rein - sitzt. Lars übernimmt die Preisverhandlung und es stellt sich heraus, er ist ein knallharter Verhandler. Fünf Euro pro Trikot. Mehr will er nicht abdrücken...nach ein paar Diskussionen bekreuzigt sich die Omi und der Deal kommt zustande.

Bogotá Millonares vs. Huila

Nachdem wir von den fußballfanatischen Kolumbianern und ihren 90-minütigen Chorgesängen in Medellín so begeistert waren, wollen wir uns in Bogotá nochmal dieses Spektakel geben.


Mit dabei sind Lars und Chrissi aus München, die wir bei unserem Segeltrip von Panamá nach Kolumbien kennengelernt haben.

Mit unseren nach minderwertigem Plastik stinkenden T-Shirts setzten wir uns auf die Zuschauertribüne und warten auf den Anpfiff.


Mit Krönchen und Beautyqueen-Schärpe feiern wir den Sieg

3:2 gewinnen die Bogotá Millionares, die Stimmung im Stadion ist nicht ganz so wild wie in Medellín. Wir feiern unseren Sieg im Carne de Res, eine Institution in Bogotá. Eine Mischung aus Restaurant, Tanzbar und Entertainment ca. 25 Kilometer außerhalb der Hauptstadt.

Wir bekommen eine Krone aufgesetzt und Roland kriegt sogar eine Beautyqueen-Schärpe. Ja, das ist ein sehr eigensinniger Ort. Ich kann nicht erklären, was das Carne de Res genau ist. Also einfach hinfahren und anschauen. Und am besten im Fußballtrikot antanzen. Das taugt den Kolumbianern.



Und sonst so?

Ja, was gehts sonst noch so in Bogotá? Stadttour mit dem Fahrrad, Graffitis bewundern, Fruit-Tasting am Markt, den heiligen Monserrate mit gefühlt tausend anderen Kolumbianern an einem schwül heißen Sonntag erklimmen.



Ergebnis nach der Verkostung von zehn unterschiedlichen Obstsorten? Ähm...Blähbauch

Nach vier Tagen verlassen wir Bogotá, aber das runde Leder begleitet uns auch auf unserer nächsten Station.

Ein kolumbianisches Dorf, das sogar Messi kennt

"Monguí ist eine Mischung aus Provence und Kolumbien. Das dürft ihr euch nicht entgehen lassen!", schwärmt uns eine deutsche Touristin leidenschaftlich vor, die wir bei unserer Mountainbiketour in Salento kennen lernen.


In meinem Kopf entstehen sofort Bilder aus der Provence: kopfsteingepflasterte, enge Gässchen, gesäumt von alten, niedrigen Steinhäusern. Weite, lila blühende Lavendelfelder...aber warte mal, Lavendel gibts ja sicher nicht in Kolumbien, oder? Egal, wir wollen auf jeden Fall in diesen kolumbianischen Provence-Traum.
Wir googeln das Dörfchen Monguí und buchen gleich unsere Bustickets. Als wir ankommen, verliebe ich mich sofort in diesen charmanten, noch eher untouristischen Ort.






"Messi höchstpersönlich war zu Besuch!"

Wieso der argentinische Fußballstar dieses 5.000-Seelen-Dörfchen kennt? Weil dort Fußbälle für die lateinamerikanischen Ligen handgefertigt werden. Als wir eine der Fabriken besuchen, erzählen uns die Mitarbeiterinnen ganz stolz, dass Messi höchstpersönlich ihnen ein Besuch abgestattet hat.





Páramo. Kakteen, die man umarmen kann

Monguí hat aber mehr zu bieten als Fußballfabriken und Provenceflair. Der Ort liegt auf 2.900 Meter und ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Wanderung in eine der wohl schönsten Landschaften in Kolumbien - dem Páramo. Markenzeichen dieser tropisch-gebirgigen Landschaft sind die sogenannten "frailejones". Diese Halbsträucher wachsen nur im nördlichen Südamerika und schauen ein bisschen aus wie Kakteen...sind aber keine. Deswegen kann Roland sie ganz schmerzfrei umarmen.


Frühmorgens um 7:00 Uhr brät uns unsere nette Gastgeberin schon Rührei und richtet uns ein Lunchpaket her, damit wir ordentlich Energie für unsere Trekkingtour im Páramo haben. Von unserer Wanderung in Nepal wissen wir noch, wie hungrig eine Tour in dieser Höhe macht und sind heilfroh über die Süßigkeiten, die sie uns noch extra einpackt.









Last Destination?

Bereits zehn Monate sind wir mit unserem Backpack in der Welt unterwegs. Sechs aufregende Wochen in Kolumbien liegen hinter uns und dieses Land zählt eindeutig zu unseren Favoriten in Lateinamerika.

Bepackt mit 12 Kilo - alles dabei, was man zum Leben auf Reisen braucht

Wir schlagen das letzte Kapitel unserer Weltreise auf....unsere finale Destination steht an. Panik macht sich bei uns breit. "Jetzt ist es bald vorbei. Hilfe!" schreit es in unseren Köpfen.

Aber vorher kommt noch ein richtiger Knaller.  

Wo es wohl hingeht? Es ist Karnevalzeit, soviel können wir schon mal verraten 😉

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