Bevor der Unterwasserspaß weitergeht, brauchen wir mal einen Arzt. Das Hardcoretauchen auf den Bunaken fordert seinen Tribut. Zurück auf der Hauptinsel Sulawesi statten wir dem Krankenhaus in Manado einen Besuch ab. Roland hat sich eine schmerzhafte Ohrenentzündung eingefangen. Einen halben Tag verbringen wir mit Anstellen, Warten und wieder bei einer anderen Schlange anstellen.
Im Spital geht es etwas anders zu als bei uns, Kinder krabbeln spielend am Krankenhausboden herum. Menschen sitzen am Boden und Essen aus Tupperdosen mitgebrachtes Essen während sie auf ihre Untersuchung warten. Der Arzt und die Medikamente werden noch in bar bezahlt. In Europa undenkbar.
Nach sechs Stunden verlassen wir mit einem Antibiotikum ausgestattet das Krankenhaus. Die Ohrentropfen hatten sie nicht lagernd, da mussten wir wieder zu einer anderen Apotheke. Und auch wieder anstellen. Und warten. Hehe, gut dass wir inzwischen schon so geduldig sind.
Nächsten Tag gehts endlich mit einem Taxi von Manado nach Gorontalo, die Fahrt dauert anscheinend gut zehn Stunden. Zuerst freuen wir uns noch, dass wir nur zu dritt in dem Acht-Mann-Jeep sitzen. Ich habe die gesamte Rückbank für mich und Roland hat auch zwei Sitze zum breit machen. Aber zu früh gefreut...
Auf halber Strecke bleiben wir stehen. Eine Mutter und ihre Tochter steigen im Taxi zu. Sie freuen sich total, dass zwei Westler mit ihnen mitfahren. Sofort zücken sie ihre Smartphones und schießen Selfies mit uns. Dann rufen sie Verwandte an und erzählen ihnen, dass hier zwei Touris mit ihnen im Taxi unterwegs sind. Die Mutter hält uns mit freudestrahlendem Gesicht ihr Handy hin, wir sollen doch bitte als "Videobeweis" in die Kamera winken 😂Machen wir doch gerne!
Mit dabei haben die zwei Damen gefühlt ihren gesamten Hausrat: Decken, Videorekorder, Geschirr, haufenweise Limoflaschen und ein paar Kisten voller Krims-Krams. Wir sehen den Berg an Dingen und fragen uns, wo das alles noch Platzhaben soll? Aber unserer Fahrer ist darin anscheinend geübt, er spielt einfach Real-Life Tetris und räumt die Bude voll. Am Ende sieht das Auto so aus:
Die beiden stört die Enge gar nicht. Besonders das junge Mädl wirkt noch vollkommen überdreht, sie will unbedingt mit uns quatschen. Mit google Translator versuchen wir uns ein bisschen zu unterhalten. Putri ist ihr Name. Wo wir herkommen, wo wir schon überall in Indonesien waren möchten sie wissen und wo wir hinfahren.
"Ah Gorontalo, hiu paus" sagt Putri und blickt mich fragend an. Roland und ich haben keine Ahnung was sie meint. "Hiu Paus" tippt das junge Mädchen in ihr Handy und zeigt uns die Übersetzung. Walhai. Sie tippt weiter und möchte wissen, ob wir uns diese in Gorontalo ansehen. Jetzt haben wir's gecheckt! Jop, genau das haben wir dort vor.
Die Fahrt dauert noch ein paar Stunden. So gut es geht unterhalten wir uns und wir sind alle schon Instagram-Freunde. Auch mit dem Taxifahrer. Endlich haben wir unser Ziel erreicht. Putri möchte sich gerne mal mit uns auf einen Kaffee treffen in Gorontalo. "Write me a message tomorrow via Instagram", sage ich zu ihr während wir uns verabschieden. Mal schauen, ob das tatsächlich was wird. Lustig wär es bestimmt, mit einer 18-jährigen Indonesierin einfach so mal Kaffee trinken gehen.
Aber zuerst mal kommen die Walhaie. In einer Bucht in der Nähe von Gorontalo leben ein paar dieser wunderschönen Meeresriesen. Täglich kommen sie in eine kleine Bucht und man kann mit ihnen Schnorcheln. Um 8:00 Uhr holt uns ein Mopedtaxi mit perfekter Beinfreiheit und Sicht ab und wir düsen Richtung Hafen. Die noch angenehm frische Morgenluft tut gut bei der ständigen Hitze.
Dort angekommen, setzen wir uns in ein Mini-Fischerbötchen und ein alter Fischer paddelt uns ein paar Meter die Bucht hinaus. Eigentlich hätten wir das auch schwimmen können. Der Mann deutet uns auch gleich an, dass wir schon ins Wasser springen können, die Walhaie seien schon hier. Wir zögern noch etwas, schauen noch vom Boot aus in das klare Meerwasser. Plötzlich taucht das breite Maul des Fisches direkt neben uns auf und wir erschrecken uns total. Aber nach dieser Schrecksekunde überkommt uns sofort das Staunen. Über die Größe des Walhaies, seine schön gepunktete Haut. Wieder deutet uns der Fischer an, wir sollen jetzt doch endlich ins Wasser springen. Er hat schließlich nicht den ganzen Tag Zeit. Innerlich haben wir beide etwas Schiss, zu diesem Riesenfisch, der bestimmt acht Meter lang ist, einfach so reinzuspringen. Was, wenn er doch beißt? Oder mit seiner Flosse ausschlägt? Wir wissen natürlich, dass diese Tiere äußerst friedliebend und harmlos sind. Doch die Größe verschafft ihnen doch etwas Respekt.
"Komm, jetzt gehen wir" sagt Roland und springt ins Wasser. Ganz aufgeregt deutet er mir schnell nachzukommen, einer der Walhaie ist direkt unter unserem Boot. Ich ziehe mir meine Taucherbrille über und springe rein. Aus sicherer Entfernung beobachten wir den sanften Riesen. Wir sehen, wie ruhig sich die Walhaie unter Wasser bewegen, sie machen keinerlei hektische Bewegungen mit ihrer Flosse. Unsere anfängliche Angst ist längst verflogen und in wahre Bewunderung übergegangen.
Es ist so unvorstellbar beeindruckend, neben so einem großen Lebewesen zu schwimmen. Insgesamt tummeln sich drei Walhaie, darunter ein Junges, im Wasser. Immer wieder ziehen sie an uns vorbei, mit ihrer wunderschön gepunkteten Haut.
Wir sind total begeistert. Dieses Erlebnis ist ganz sicher unter den Tops unserer Weltreise. Wenn es noch einmal die Möglichkeit gibt, würden wir sofort wieder mit Walhaien schnorcheln gehen. Es ist so beeindruckend, mit diesen sanften Riesen zu schwimmen. Aber genug geschwärmt, wir lassen einfach das Video für sich sprechen:
Hello Mister!
Heute wollen wir mal nix machen. Nix erleben, kein Sightseeing. Einfach nur ein paar Dinge organisieren und ein bisschen Blog schreiben. Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Bankomaten, damit wir ausreichend Bargeld für unsere nächste Station, die Togian-Inseln, dabei haben. Dort gibt es keine Bankomaten. Und vielleicht finden wir ja wo einen Obststand.
Wir sind noch immer in Gorontalo. Und warten auf unsere Fähre zu den Togian-Inseln, die nur zwei Mal in der Woche fährt. In der Stadt gibts nicht viel zu sehen, sie ist auch nicht besonders schön. Es sieht so aus als wären wir die einzigen Touris, als wir einfach drauf los spazieren und uns durch die Straßen treiben lassen. Und die lustigen Bentors (Mopedrikschas) bestaunen.
Wir fühlen uns wie Superstars in Gorontalo. So viele Touris verirren sich nicht in diese Stadt, deswegen sind wir eine totale Attraktion für die Menschen. Jeder grüßt uns ganz freundlich, von den vorbeifahrenden Mopeds winken und lachen die Leute uns entgegen. Alle wollen Selfies mit uns machen. Spazieren wir an Straßenständen vorbei, ruft jeder gleich „Hello Mister! How are you?“. Wir fühlen uns sowas von Willkommen in Indonesien. Und wir genießen unseren Ruhm 😉
Wir fühlen uns wie Superstars in Gorontalo. So viele Touris verirren sich nicht in diese Stadt, deswegen sind wir eine totale Attraktion für die Menschen. Jeder grüßt uns ganz freundlich, von den vorbeifahrenden Mopeds winken und lachen die Leute uns entgegen. Alle wollen Selfies mit uns machen. Spazieren wir an Straßenständen vorbei, ruft jeder gleich „Hello Mister! How are you?“. Wir fühlen uns sowas von Willkommen in Indonesien. Und wir genießen unseren Ruhm 😉
„Oh german!“
"Schau mal, da könnte es Obst geben. In der Straße rechts von uns sehen wir einen Haufen Kokosnüsse liegen und ein paar Bananenstauden hängen von den kleinen Ständen." Oh, das könnte ein Glückstreffer sein! Wir stehen davor und es ist ein Markt. Wir sind ungefähr einen Meter in den Markt reingegangen und schon rufen sie wieder von allen Seiten „Hello Mister“. "Miss" kennen nur die wenigsten, alle sagen immer nur "Mister".
Wir sind voll die Attraktion. Die Leute tummeln sich um uns. Ich kaufe eine Papaya bei einem Stand und sofort wird ein „Dolmetscher“ herbestellt, der ein paar Brocken Englisch spricht. „Where from? Country?“. „Austria“ „Oh, Australia“ - "No, Austria. Europe". Der Obstverkäufer schaut ganz verwirrt. Österreich kennt nie wer. Zumindest nicht in den Ländern in denen wir bisher waren. Das ist immer der Moment, wo wir kurzfristig unsere Staatsbürgerschaft wechseln und aus „Germany“ kommen. Das kennen sie hier. „Oh German!“ gehts durch den Markt, inzwischen haben auch schon die Leute von den hinteren Ständen mitbekommen, dass hier ganz seltene Gäste im Obstmarkt sind. Es dauert nicht lange, lachen uns alle aus, weil wir (Deutschland) ja aus der WM so früh ausgeschieden sind. Wir lachen auch mal mit.
Langsam gehen wir weiter, hinter uns hat sich schon eine Traube von kleinen Jungs gebildet, die alle immer "Mister, Mister" rufen und uns auf Indonesisch zuquasseln. Und Selfies sind natürlich wieder angesagt!
Langsam gehen wir weiter, hinter uns hat sich schon eine Traube von kleinen Jungs gebildet, die alle immer "Mister, Mister" rufen und uns auf Indonesisch zuquasseln. Und Selfies sind natürlich wieder angesagt!
Es ist einfach so herzlich, wie die Indonesier mit einem umgehen. Wir haben das Gefühl, sie freuen sich riesig über unseren Besuch. Vor allem in Orten wo die Leute wenige Touristen zu Gesicht bekommen, sind wir ihre Stars. Falls ihr mal das Feeling eines VIPs bekommen wollt, reist nach Indonesien.
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Frisches Kokoswasser holen wir uns jeden Tag am Markt - super lecker! |
Kaffeetrinken mit Putri
Putri, unsere Bekanntschaft von der Taxifahrt nach Gorontalo, hat sich via Instagram gemeldet. Wir haben uns zum Kaffeetrinken mit dem jungen Mädl verabredet. Wo gehen wir natürlich hin mit Putri? In die Mall! Willst du cool sein in Indonesien, gehst du in die Mall.
Aber vorher gehen wir noch Kaffee trinken. Angekommen im Café wirkt Putri etwas nervös, so viel Aufmerksamkeit um uns, alle wollen wissen woher wir sind. Sie hat sich extra hübsch gemacht, in ihrem roten Kleid mit Bomberjacke. Ob ihr nicht heiß ist, fragt Roland. "No, it’s a Bomberjacket - soooo cool". Ja, sie ist modebewusst. Sofort schaltet sie per Instagram-Livechat ihre Freunde hinzu, Roland und ich winken in die Kamera, während wir unsere gebratenen Bananen futtern. Auch die Mami die wir ja von der Taxifahrt noch kennen, grinst uns vom Handydisplay an. Alles muss natürlich in den sozialen Medien geshared werden, Putri schießt eine Instagram-Story nach der anderen raus. Jeder soll schließlich mitkriegen, dass sie hier mit Beule, so nennen sie die Touris, Kaffeetrinken ist.
Putri ist 18 Jahre alt. Sie geht noch zur Schule und arbeitet nebenbei im Fahrradshop ihrer Mutter. Später möchte sie mal auf die Universität, Zahnärztin werden. Seit fünf Jahren geht sie mit ihrem Freund, sie kennt ihn bereits von Klein auf. Er geht in Surabaya zur Uni. „Are you dating each other?“ fragt sie uns. Beide müssen wir lachen. „Yes, since ten years“ antworten wir ihr.
„When are you going to marry your boyfriend?“ tippt Roland in den google Translator, da manchmal die Kommunikation etwas schwierig ist. „I dont want to give birth“ ist ihre ehrliche Antwort. Im konservativ, muslimischen Indonesien muss der Boyfriend eher früher als später geheiratet werden. Ein Kind folgt dann darauf. Ihre Mutter weiß nichts von ihrem Freund. Sie weiß auch nicht wann sie es ihr sagen wird oder wie sie reagieren wird. Putri plappert sofort alles aus und wir bohren mal lieber nicht noch tiefer...Putri ist 18 Jahre alt. Sie geht noch zur Schule und arbeitet nebenbei im Fahrradshop ihrer Mutter. Später möchte sie mal auf die Universität, Zahnärztin werden. Seit fünf Jahren geht sie mit ihrem Freund, sie kennt ihn bereits von Klein auf. Er geht in Surabaya zur Uni. „Are you dating each other?“ fragt sie uns. Beide müssen wir lachen. „Yes, since ten years“ antworten wir ihr.
"Lets go to the Mall!"
Danach gehts natürlich in die Mall. Über Rolltreppen fahren wir in das oberste Stockwerk, zum Funpark. Zig Automaten für kleine und große Kinder sind dort, alles leuchtet grell und Kinder schwirren herum.
Es dauert nicht lange, sind wir DIE Attraktion in der Spielhalle und alle Automaten sind plötzlich verlassen 😆 Eine Traube von kleinen Indonesieren steht um uns, alle fragen Putri auf Indonesisch wo wir herkommen. Alle wollen Fotos mit uns machen. Eine Mutter will ihr Kind Roland in die Hand drücken, um eine Foto von Roland & Kind zu machen, aber die Kleine war dann doch etwas geschreckt, jetzt gabs das Foto halt nur mit Mama an der Hand.
Es dauert nicht lange, sind wir DIE Attraktion in der Spielhalle und alle Automaten sind plötzlich verlassen 😆 Eine Traube von kleinen Indonesieren steht um uns, alle fragen Putri auf Indonesisch wo wir herkommen. Alle wollen Fotos mit uns machen. Eine Mutter will ihr Kind Roland in die Hand drücken, um eine Foto von Roland & Kind zu machen, aber die Kleine war dann doch etwas geschreckt, jetzt gabs das Foto halt nur mit Mama an der Hand.
"Can I also take a picture with you after I finished my trip?"
Nach dem Ausflug in die Mall fahren wir mit dem Taxi wieder zurück zum Hotel. Roland sitzt vorne neben dem Taxler, Putri und ich hinten. „Do you like Gorontalo?“, fragt uns der Taxler. „Yes, the people are so friendly here“ antwortet ihm Roland ganz begeistert. „Ah, they always want to make pictures with you, right?“ fragt der Taxler und lacht dabei. Es wirkt so auf uns, als würde auch er das lustig und komisch finden, dass die Leute hier so verrückt nach uns sind und alle Fotos mit uns machen wollen. Ein paar Sekunden vergehen. Dann kann es sich auch der Taxler nicht mehr verkneifen. Etwas ernst fragt er: „Can I also take a picture with you after I finished my trip? With you and my car?“….."To show to my friends“ sagt er noch als Nachsatz. Jetzt müssen Roland und ich es uns verkneifen, dass wir nicht gleich laut loslachen. Alle wollen angeben mit uns 😛 „Hehe, yeah, standing on your car“ scherzt Roland mit ihm. Angekommen bei unserem Hotel steigen wir aus und posieren wieder einmal.
Nach vier ruhmreichen Tagen in Gorontalo machen wir uns auf den Weg zu einem kleinen Inselparadies. Stories und Fotos dazu gibt es im nächsten Blogpost.
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