„Let the adventure begin“, ruft Bret ruppig in das Mikrofon des Allrad-Outdoorbusses. Roland und ich sitzen vorne, wir konnten die besten Plätze ergattern. Direkte Sicht auf die sandige Piste vor uns.
Wir sind auf Fraser Island oder auch Kgari wie es die Aborigines nennen. Das bedeutet Paradies. Und das ist die Insel in der Tat. Fraser Island ist die weltweit größte Sandinsel, sie hat eine Fläche von 1.840 km², das ist ungefähr halb so groß wie unser Burgenland. Aber sie ist fast menschenleer. Nur 40 Menschen leben auf diesem Fleckchen Erde an der Ostküste Australiens.
Diese Sandinsel besteht (Überraschung:) komplett aus Sand, aber es wächst auch Regenwald und knapp 200!!! Süßwasserseen haben sich im Laufe der Zeit auf der Insel gebildet. Wahnsinn oder?
Diese einzigartige Natur wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Man kann entweder selbst mit einem Allrad-Gefährt die Insel erkunden (was unser Van leider nicht ist) oder eine Tour mit einem speziellen Bus machen, der einen besonders hohen Radstand hat. Schaut recht lustig aus.
Diese Sandinsel besteht (Überraschung:) komplett aus Sand, aber es wächst auch Regenwald und knapp 200!!! Süßwasserseen haben sich im Laufe der Zeit auf der Insel gebildet. Wahnsinn oder?
Diese einzigartige Natur wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Man kann entweder selbst mit einem Allrad-Gefährt die Insel erkunden (was unser Van leider nicht ist) oder eine Tour mit einem speziellen Bus machen, der einen besonders hohen Radstand hat. Schaut recht lustig aus.
Unser Bus quält sich mit seinem Allradantrieb durch die tiefen Furchen des Sandes und links und rechts von uns gedeiht ein wunderschöner Regenwald. Normalerweise sickert Regen in einem Sandboden komplett durch, weshalb kein Wald wachsen kann. Nicht aber auf Fraser Island. Über die Jahrtausende bildeten die gesamten Blätter, die die Bäume verloren haben, eine Art Kompostschicht, die den Wald nun speist, Wasser speichert und der Wald deshalb wachsen kann. Auch die Satinay-Pinien die hier wachsen, sind einzigartig. Ihr Holz ist wasserundurchlässig. Für den Schiffsbau oder auch den Suez-Kanal war es daher sehr begehrt. Es wurde viel davon abgeholzt und in die ganze Welt exportiert. Zum Glück ist Fraser Island inzwischen ein Nationalpark und die Satinay-Pinien werden nicht mehr weiter abgeholzt. So und jetzt Schluss mit den Facts - Los geht's:
Lake McKenzie
Unser erster Stop auf der Tour steht an. „Lake McKenzie is voted regularly one of the top ten beaches in the world“, erzählt Bret per Mikrofon der Reisetruppe. Der Süßwassersee schaut aus wie ein karibisches Meer, ist aber ziemlich kalt. Macht nix, wir hüpfen trotzdem kurz rein.
Als wir vom Baden zurückkommen, sind unsere guten Plätze in der ersten Reihe im Bus weg. Eine freche Chinesin hat einfach mal unsere Sachen die wir dort gelassen haben dezent ignoriert und sich draufgesetzt. Ohne Fragen. Sehr nett!
Ein Dingo spaziert an uns vorbei...
Eine weitere Attraktion auf Fraser Island sind die Dingos. Anscheinend sind sie dort noch reinrassig, im Rest von Australien haben sie sich mit anderen Hunderassen vermischt. Gespannt lauschen wir Brets Geschichten über diese Tiere. „Dingos are a mixture between dog and wolf“, erklärt er uns. Alle Piknikplätze sind eingegittert, überall hängen Hinweisschilder wie man sich verhalten soll, wenn man einem Dingo begegnet. Kinder sollen keinesfalls alleine gelassen werden, da es vor einigen Jahren eine tragischen Vorfall gegeben hat, wo ein kleiner Junge gestorben ist. Verhält man sich richtig, stellen die Dingos aber keine Gefahr dar. Wir sitzen gerade beim Mittagessen und tauschen mit einer Französin Reisetipps aus, spaziert ein Dingo seelenruhig an uns vorbei.
Das dürre Tier legt sich vor uns hin und legt einen Hundeblick auf. Füttern darf man sie auf keinen Fall, denn dann betrachten sie den Menschen als „Futterquelle“ und verlieren ihre Scheu. Harte Strafen drohen hier: bis zu 30.000 AUD (=21.000 Euro). „Or you can go to jail for three months", sagt Bret mit einem lauten Lacher ins Mikro.
Das dürre Tier legt sich vor uns hin und legt einen Hundeblick auf. Füttern darf man sie auf keinen Fall, denn dann betrachten sie den Menschen als „Futterquelle“ und verlieren ihre Scheu. Harte Strafen drohen hier: bis zu 30.000 AUD (=21.000 Euro). „Or you can go to jail for three months", sagt Bret mit einem lauten Lacher ins Mikro.
75 Mile Beach
Auf einer Sandinsel gibt es natürlich viel...Strand! Der bekannteste davon ist der 75 Mile Beach. Sehr kreativer Name übrigens, einfach mal die Länge des Strandes (120 km). Auf Fraser Island ist dieser Strand eher ein Highway, Tourbusse und Jeeps rasen direkte neben den meterhohen Wellen entlang. Sogar kleine Flugzeuge landen direkt am Strand auf der Sandpiste.
Aber es ist supertoll! Ich fand ja immer dass mit einem Auto einen Strand entlangfahren etwas Proletiges ist. Aber schon nach den ersten Metern wollte ich am liebsten selbst mit einem Jeep den Strand entlang flitzen.
Aber es ist supertoll! Ich fand ja immer dass mit einem Auto einen Strand entlangfahren etwas Proletiges ist. Aber schon nach den ersten Metern wollte ich am liebsten selbst mit einem Jeep den Strand entlang flitzen.
Das Wrack des ehemaligen Luxusliners S.S. Maheno ist die letzte Station für heute und Bret macht schon etwas Stress, damit wir die Fähre zurück zum Festland erreichen. Und schließlich ist es ja nicht vorhersehbar, was einen auf so einer Piste erwartet.
Anschieben bitte!
Es dauert nicht lange, passiert auch schon das Erwartete. Bei einer kritischen Kurve muss Bret im tiefen Sand abbremsen, da ihm ein anderer Jeepfahrer die Vorfahrt nimmt. Ohne entsprechendes Tempo hat er keine Chance, den Bus über den weichen Sand zu bringen. Wir stecken fest. Die Gangschaltung knarrt und die Reifen drehen durch. "Please, everybody get out", ruft er durch das Mikro. Alle steigen wir aus und die Jungs der Gruppe wissen schon, was jetzt auf sie zukommt. Jetzt heißt es anpacken und fest schieben!Nach zwei erfolglosen Anlaufversuchen schafft Bret es schließlich, den Bus rauszulenken. Erleichtert steigen wir wieder ein, die Männer sind stolz, ihre Manneskraft mal wieder unter Beweis gestellt zu haben. Die letzten Kilometer Sandpiste stehen uns noch bevor und es wird jetzt wirklich eine ruppige Fahrt. Geschüttelt nicht gerührt bitte. Bret legt das Lied "Whole Lotta Shakin' Goin' On" von Jerry Lee Lewis ein. Er weiß, wie das den Touris gefällt. Jeder packt sofort seine Kamera aus und macht ein Video, während "Shake, baby shake" im Hintergrund läuft und wir dreißig Zentimeter von unseren Sitzen in die Luft geschleudert werden.
Wer kann einen 4WD fahren?
Nur mit einem Allradwagen darf man auf Fraser Island fahren. Das ist auch gut so, mit einem normalen Wagen hätte man keine Chance auf der Sandinsel, man würde keine 10 Meter kommen. Worüber sich die Parkbehörde allerdings nochmal Gedanken machen soll, wie sie die Fahrfähigkeiten der 4WD-Fahrer überprüft. Wir sehen einige Jungs, alle Anfang 20, die mit einem breiten Grinsen aus ihren Fahrzeugen herauslachen. Wie kleine Kinder freuen sie sich, mit ihrem Geländejeep die Insel abzufahren.An Brets Gesichtsausdruck erkennen wir, dass er sich über die jungen Burschen nicht so freut. Ihr Fahrkönnen ist nicht immer so gut, wie sie glauben. Daher machen sie oftmals Probleme und verstopfen die Einbahn-Sandstraßen auf Fraser Island.
Auf den letzten Kilometer bleiben wir noch einmal stehen, weil ein paar deutsche Jungs ihren Motor geschrottet haben. "They totally cooked it" bemerkt Bret entnervt. Sie sind im Sand steckengeblieben und haben solange Gasgegeben bis der Motor überhitzte. Der Jeep raucht, stinkt und vor allem, er blockiert die Straße. Zig Busse warten bereits, weil es nur eine Straße zurück zur Fähre gibt. So müssen unsere Männer nochmal ran und das nächste Auto zur Seite schieben.
Es dauert eine Weile, bis sie das Auto auf die Seite geschafft haben. In allerletzter Minute erreichen wir noch die Fähre. Puh!
An alle die mal an die Ostküste Australiens kommen: Fraser Island ist ein Must-See. Überlegt's euch vorher halt gut, ob ihr die Insel mit dem eigenen Geländeauto erkunden wollts 😉
Beim nächsten Post kommen die Highlights von unserem Roadtrip. Viele Fotos von Sydney, Melbourne, Krokodilen, Hippie-Orten und Surfspots erwarten euch!
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